Cover Frosch
Ab 21. Mai im Buchhandel!

Du bist viel schöner, wenn ich recht habe

Nicht ganz legale Beziehungstricks

Wir haben Beziehungstricks von ganz normalen Paaren gesammelt. Wie den von Eva, die ihrem Mann vorgaukelt, sie habe Mäuse in der Garage gesehen, damit er dort endlich aufräumt. Oder von Gabi, die ihren nachts herumstreunenden Patrick mit einem Suchzettel an Bäumen und Laternen wie einen verlorenen Kater aufspürt. Oder Andreas, der sich eine größere Hose von seinem Bruder leiht und Silke vormacht, er habe abgenommen. Auch wenn dieses Buch kein ernster Ratgeber ist, haben wir doch bemerkt, wie die Paare leichter über Beziehungsprobleme reden konnten, wenn der Humor erstmal die starren Frontlinien aufweichte.

Listig, lustig, liebevolle Beziehungstricks, für alle, die mit sanftem Druck oder unsanftem Meckern einfach nicht mehr weiterkommen. Sicher, bei einigen Beziehungstricks werden sich Paartherapeuten die Haare raufen, aber bei anderen vielleicht auch die Ohren spitzen.

Wir wünschen Ihnen verboten viel Vergnügen bei den nicht ganz legalen Beziehungstricks.

Schöner Fröscheln:

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Noch mehr schöne Karten zum Download und andere schöne Sachen gibt’s bei Extras.

Und wie geht so ein schöner Trick? Na zum Beispiel so:

KOMMUNIKATIONSKRISE

Solange Mann und Frau noch nicht Gedanken lesen können, reden sie aneinander vorbei. Aber, ach, wenn sie erst Gedanken lesen können, dann, ja dann … können sie endlich auch aneinander vorbei denken.

Der Mann sagt:

„Wir haben keinen Kaffee mehr.“

Die Frau sagt:

„Aha!“

Die Frau denkt:

„Nein, ich sage nichts, ich habe keine Lust mich zu streiten.“

Der Mann denkt:

„Keinen Kaffee mehr, schade.“

Die Frau denkt:

„Wir waren einkaufen, da hättest du mal gefälligst etwas sagen können. Stattdessen kriege ich jetzt diese Vorwürfe zu hören.“

Der Mann denkt:

„Keinen Kaffee, hmm.“

Die Frau denkt:

„Immer soll ich für alles sorgen. Immer muss ich alles machen. Immer ich.“

Der Mann denkt:

„Keinen Kaffee, tja.“

Die Frau denkt:

„Kaffee bitte, bin ich denn deine Sekretärin? ‚Noch einen Kaffee, Chef?’ Selbst die Chefs kochen sich heute ihren Kaffee schon selbst, selbst die. Aber du willst, dass ich dir den Kaffee hinterher trage, oder wie? Das fehlt mir noch.“

Der Mann denkt:

„Keinen Kaffee, naja.“

Die Frau denkt:

„Kaffee, Kaffee, Kaffee, was willst du überhaupt mit soviel Kaffee? Du wirst doch total nervös von dem vielen Kaffee, total unruhig und total aggressiv. Hörst du, der Kaffee macht a g g r e s s i v ! Verdammt noch mal! Also geh mir gefälligst nicht auf den Keks und mach dir doch einfach einen Tee!“

Der Mann sagt:

„Keinen Kaffee, naja, dann mach ich mir eben einen Tee!“

Die Frau sagt:

„Aha! Na, also, warum denn nicht gleich so? Aber immer erst einen Streit vom Zaun brechen! Typisch!“

Der Mann sagt:

„Hä?“

Solange aneinander vorbeigeredet- oder gedacht wird existiert wenigstens noch eine Kommunikation. Aber was macht man, wenn die Kommunikation völlig eingestellt wird?

„Wir haben uns mal so richtig gefetzt“, erzählt Florian, „ich meine so richtig, da hat keiner mehr mit dem anderen geredet. Nicht ein Wort. Nicht mal angeguckt, nichts. Das war der Horror. Totale Funkstille.“
Funkstille. Florian benutzt hier einen Begriff, der auch beim Militär bekannt ist. Uns fallen in diesem Zusammenhang spontan noch andere Militärbegriffe ein, wie „Die Liebe ist ein Schlachtfeld“, „Krieg der Geschlechter“, „Rosenkrieg“ oder „Mit den Waffen einer Frau“. Es gibt bestimmt einen guten Grund dafür, warum ausgerechnet in der Liebe so viele Kriegsvokabeln vorkommen. Florian aber dachte beim Streit mit seiner Frau an einen ganz bestimmten Satz: „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.“ Denn er wollte wirklich alles versuchen, um Hendrike aus ihrem Schützengraben zu locken und ihr in den Kopf zu schießen. Bitte? Nein, Moment, man muss schon aufpassen mit diesen Vokabeln. Es muss natürlich richtig heißen: „Um sie ins Herz zu treffen“.

Der Trick: Papier ist ungeduldig

Von Florian, 39, für seine Frau Hendrike, 38

Florian überlegte, wie er die Funkstille überwinden könnte: „Hendrike müsste unbedingt mit mir reden wollen, es müsste etwas sein, was sie unbedingt … sie müsste unbedingt … ja! Das ist es! Sie müsste unbedingt, wenn sie unbedingt muss!“ Keine Sorge, wir haben es zunächst auch nicht verstanden. Aber sein Plan war gut: Florian versteckte die Klopapierersatzrollen aus dem Bad und wickelte die noch in der Halterung verbliebene Rolle ab. Nur ein halbes Blatt klebte noch an der Papprolle. Jetzt musste Florian nur noch warten, bis Hendrike zur Toilette ging. Nichts passierte, er wartete und wartete und beobachtete unauffällig die Toilettentür. Das war wie im Krimi, ungeheuer spannend, ein echter Notdurftthriller. Dann passierte es. Hendrike ging ins Bad und kurz darauf entfuhr ihr das von Florian ersehnte: „Ohhh nein! Hier ist kein Klopapier mehr!“

„HA!“, triumphierte er, „sie hat geredet! Das ist doch schon mal etwas. Zwar noch nicht mit mir, aber immerhin.“ Einige Sekunden später hörte er eine genervte Stimme aus dem Bad: „Kannst du mir mal Klopapier holen?“ „HA! Geschafft“, dachte Florian, „sie hat mit mir geredet!“ Er sputete sich, brachte eine neue Rolle und sagte dann etwas Saublödes zu ihr: „Äh, apropos, äh, ich habe eben auch Scheiße gebaut.“ Der Satz war so blöd, da musste selbst Hendrike lachen. Und das war es, was den Krieg beendete, ein entwaffnendes Lachen. Sie haben wieder miteinander geredet. Und zwar ausgerechnet, das können wir uns jetzt nicht verkneifen, ausgerechnet auf dem „Stillen Örtchen“. HA!