Cover Einhorn

Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!

100 nicht ganz legale Erziehungstricks

Ein Erziehungsbuch ohne Pädagogen? Genau! Denn in diesem Buch kommen Eltern und Kinder zu Wort. Das ist erstaunlich genug in einer Welt, in der uns die vielen Ratgeber so verunsichert haben, dass niemand mehr unbefangen über die Erziehung der eigenen Kinder redet. Wie weit verbreitet die Sorge vor Pädagogikfehlern ist, haben Felix und ich selbst erlebt, als in einer Runde von Freunden und Bekannten das Thema Erziehung aufkam. Erst nachdem der Alkohol die Zungen löste, erzählten die anwesenden Eltern komische Erlebnisse mit ihren Kindern. Das waren Geschichten, die sie nicht immer als strahlende Pädagogikhelden erscheinen ließen. Als sie nach dieser wirklich lustigen Erzählrunde in einem konspirativen Ton flüsterten, so etwas könne man heutzutage öffentlich ja nicht mehr sagen, beschlossen wir darüber ein Buch zu schreiben.

Wir haben für Sie die besten Erziehungstricks gesammelt. Und „die besten“ meint nicht die pädagogisch wertvollen. Es sind die ungewöhnlichen, teilweise unglaublichen, hinterhältigen, kreativen, originellen, unmoralischen, listigen aber vor allem lustigen Tricks, die wir auswählten. Dieses Buch ist kein seriöser Ratgeber, dieses Buch ist eine liebevolle Bitte: „Nehmen Sie Ihr Kind mal wieder auf den Arm!“

Wir wünschen Ihnen verboten viel Vergnügen bei 100 nicht ganz legalen Erziehungstricks.

„Ein Plädoyer für Humor in der Erziehung. Solche Tricks und Anekdoten sind lustig und haben noch Jahre hohen Erinnerungswert“
Kölner Stadtanzeiger
„Dieses Buch wird vor allem Mamas und Papas ein Lachen entlocken, denen die alltäglichen Streitpunkte im Kinderzimmer nicht fremd sind“ “
Westfalen Blatt
„Ehrlich, witzig, offen!“
Vollzeiteltern

Einhorn-Karten:

E-Card Einhorn Nackt
E-Card Einhorn Daumen

Noch mehr Einhorn-Karten zum Download gibt’s bei Extras.

Und wie geht so ein schöner Trick? Na zum Beispiel so:

SCHNALL DAS MIT DEM ANSCHNALLEN

Unsere tollen Anschnallgurte und Kindersitze mit Isofix-System genügen immer höheren Sicherheitsansprüchen, sind aber aus einem einfachen Grund nicht kindgerecht: Sie nützen überhaupt nichts, wenn man sich nicht anschnallt. Diesen schwerwiegenden «Konstruktionsfehler» muss Maria mit viel Überredungskunst bei ihrer fünfjährigen Tochter ausbügeln. Schon drei Mal hat sie Pia mit wachsender Anspannung angeschnallt. Und drei Mal hat sich Pia mit wachsender Gelassenheit wieder abgeschnallt. Das darauf folgende pädagogische Gespräch hörte sich ungefähr so an:

Maria: «Pia, du musst dich anschnallen!»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil du dann sicher bist.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil du dann auf deinem Platz bleibst und nicht nach vorn geschleudert wirst.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil dich die Gurte halten.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil die aus gutem Material sind.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil die TÜV-geprüft sind.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil wir hier in Deutschland sind.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil wir hier geboren und nicht weggezogen sind.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil meine Mutti damals nicht mit dem italienischen Eisverkäufer durchgebrannt ist.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil es manchmal sinnvoll ist, die sichere Alternative zu wählen und nicht die hübschere.»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil Schönheit vergänglich ist, auch deine, wenn du dich nicht anschnallst und mit dem Gesicht auf den Vordersitz knallst. Dann bleibst du Single. Aber das kann ein großer Vorteil sein, weil du dann keine Tochter bekommst, die sich nicht anschnallen will!»

Pia: «Warum?»

Maria: «Weil das der Lauf der Dinge ist und nur DU ihn aufhalten kannst, wenn DU dich anschnallst! ANSCHNALLEN!»

Pia: «Ich will aber nicht!»

Maria: «Was hab ich nur getan, warum dieses Kind? Warum ich? WARUM?! WARUM?!»

Der Trick: Das tote Einhorn

Von Maria (41), Selbständige, für ihre Tochter Pia (5)

Maria: «Pia, schnall dich an!»

Pia: «Warum?»

Maria: «Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn.»

Pia: «Was? Na gut.»

Pia war so verblüfft, sie hat noch nicht einmal gefragt, warum ein Einhorn stirbt. Die Verknüpfung von eventuell sterbenden Fabelwesen und der deutschen Straßenverkehrsordnung scheint für sie logisch zu sein. «Ich wollte ja auch noch fragen: Warum fragst du nicht, warum?», meinte Maria später, «hab es mir dann aber Gott sei Dank verkniffen. Ein bisschen brutal war das schon mit dem Einhorn, zuerst wollte ich Hamster sagen, ich weiß auch nicht, warum. Was macht man in seiner Not nicht alles, um endlich losfahren zu können?»

Wir Autoren glauben, «Schnall dich an, sonst stirbt ein Hamster!» wäre ein nicht ganz so fabelhafter Buchtitel geworden und hätte vermutlich seine Wirkung auf Pia verfehlt. Hamster sind keine amtlich zugelassenen Fabelwesen, so etwas wissen fünfjährige Mädchen, und Pia hätte dann vielleicht doch noch eine Erklärung verlangt. Maria hat also pädagogisch intuitiv vollkommen richtig gehandelt.»